Sportsoldat der Bundeswehr

Da nun meine sechswöchige Grundausbildung beendet ist, darf ich mich jetzt im Rahmen der Sportfördergruppe der Bundeswehr auf eine hoffentlich erfolgreiche Saison freuen. Als Sportsoldat habe ich jetzt die Pflicht zu trainieren und dass natürlich dann auf den Wettkämpfen erfolgreich zu bestätigen. Diejenigen die mich kennen werden wahrscheinlich entsetzt den Kopf schütteln nach dem Motto… Oh nein! Er wird noch mehr trainieren..ob das gut geht … aber ich versichere ich habe einen Plan und lasse es jetzt ordentlich krachen! Mit an meiner Seite darf ich außerdem Petzl und Scarpa zählen sowie Clifbar für den heißen Hunger zwischendurch ;)

Also ab jetzt gilt nur noch Beastmode !!!DSC02547

Kranj versus Deutschlandcups

Acht Einheiten die Woche, Boulder und Krafttraining in der Früh und dazu jeweils 2-3 Stunden Ausdauertraining am Abend stellten meine Wettkampfvorbereitung vor dem Weltcup in Kranj dar. Da die Deutschlandcupserie die Wochen davor stattfand, konnte ich nicht immer perfekt ausgeruht an den Start gehen, aber dennoch in einem enorm fitten Leistungszustand. Umso ärgerlicher für mich, dass ich diese Cups nicht für mich entscheiden konnte, aber das zeigt wiedereinmal, das man nationale und internationale Wettkämpfe nicht miteinander vergleichen sollte obwohl diese oftmals die Qualifikationsgrundlage für internationale Wettkämpfe darstellen.

Dementsprechend angespannt fuhr ich die Tage darauf nach Kranj, den letzten Weltcup der Saison. Die Qualifikationstouren verliefen realitv sicher über die Bühne bzw. konnte ich von keinem Go behaupten er wäre besonders gut gewesen oder die Tour hätte mir gelegen. Eher im Gegenteil, weite körperkräftige Züge einmal und eine sehr technischer Platteneinstieg ein anderes Mal. Das ich mich schließlich als 18ter für das Halbfinale qualifizieren konnte erstaunte mich sogar letztendlich, aber zeigte mir auf jeden Fall wie viel fitter ich dem letzten halben Jahr geworden war. Solide in das Halbfinale zu klettern stellt schließlich die Grundlage für alle weiteren potenziellen Zielsetzungen im Weltcup dar. Das Halbfinale startete mit einer kleingriffigen Platte, führte dann zu einer Untergriffpasage in einen kleinen Überhang mit einer kniffeligen Einzelstelle, gefolgt von weiteren körperkräftigen Zügen die schließlich in einem Dachboulder mit anschließend campusboardähnlicher Austiegsplatte endeten. Der Plan war sofort klar: Schnell über die PLatte klettern, ohne dabei unnötig viel Kraft zu verschwenden, die Untergriffe kontrolliert und abermals schnell durchlaufen um möglichst frisch die Einzelstelle überklettern zu können. Schütteln war vlt. nach Auflösung der Einzelstelle möglich vlt. sogar noch davor.

Leider kam ich nicht so gut über die Platte wie ich es geplant hatte und war deshalb schon ein wenig angepumpt als ich zur besagten Schlüsselstelle ankam. Schnell entschied ich mich die Stelle durchzuhangeln und anschließend das Volumen zum schütteln umzudrehen. Doch beim Umdrehen der linken Hand verlor ich ein bisschen die Balance und kippte seitlich aus der Wand. Da wären definitiv noch ein paar Züge mehr drinnen gewesen, schoss es mir durch den Kopf als ich mich ausband.

Der daraus resultierende 16te Platz war definitiv eine Bestätigung, dass sich mein Training ausgezahlt hat und ich mich damit auf dem richtigen Weg befinde.

Süddeutscher und Bayerischer Meister 2014

Die diesjährige Süddeutsche und zugleich auch Bayerische Meisterschaft im Schwierigkeitsklettern fand vergangenes Wochenende in Neu Ulm statt. Die Routensetzter legten sich richtig ins Zeug und zauberten auf jeden Fall richtig gute Routen in den Sparkassendom von Neu -Ulm. Insgesamt schafften es vier Athleten, beide Qualifikationstouren zu toppen,was auf ein spannendes Kopf an Kopf rennen im Finale deutete. Da ich mich momentan in der Wettkampfvorbereitung auf den Weltcup in Kranj befinde und ziemlich im “Saft” stehe, setzte ich mir in diesem Wettkampf ganz klar das Ziel zu gewinnen. 1382035_10203227498636495_1957724274864629842_n

Die Finalroute bestand aus einem kleinen Sprung im ersten Drittel der Tour und definierte sich dann aus einem unangenehmen Untergriff, einer Knieklemmerpassage und einer “pumpigen” Austiegsplatte. Als ich in meinem “Final-Go” zum genannten Sprung ansetzte, erwischte ich mit der rechten Hand nicht den angepeilten Spax zum abfangen sondern griff unmittelbar daneben auf das Volumen. In diesem Moment schien für mich die Möglichkeit eines Sieges sehr gering und ich sah mich selbst schon im Seil hängen, als ich glücklicherweiße den Körperschwung abhalten konnte und mir damit wieder reelere Chancen einbrachte. Körperlich gesehen fühlte ich mich in der restlichen Tour sehr fit, was für mich momentan fast wichtiger ist als die Platzierung an sich und mit einem dementsprechend guten Gefühl gelang es mir dann auch die Top – Exe einzuhängen. 10712835_10203227502076581_7111265341662933081_n10644657_10203227502916602_5731969900005409347_n

Als Süddeutscher und vorallem Bayerischer Meister schließlich mit einem schön kühlem Hefe-Weizen auf den wohlverdienten Sieg anzustoßen, wurde mir leider an diesem Tag verwährt, denn als ich unter der Wand auf der Leader-Bank platzgenommen hatte, gesellte sich sogleich ein Doping-Kontrolleur zu mir und so durfte ich anstatt einem Weizen, zwei Liter Wasser drinken…. übrigens das zweite mal die Woche.

 

Lead – Weltmeisterschaft Gijon 2014

Nun sind schon einige Tage vergangen und ich habe die Ereignisse der Weltmeisterschaft soweit verarbeitet, um darüber schreiben zu können.

Wer annimmt Gijon liegt in Japan oder am Mittelmeer im Süden Spaniens liegt falsch. Gijon stellt das Wirtschaftszentrum der Region Asturias dar und liegt an der Nordküste Spaniens und warscheinlich näher an Protugal als an Frankreich. Ein klein wenig berühmt wurde diese Stadt mit dem Nichtangriffspakt im Jahre 1982 bei der Fussballweltmeisterschaft aber das ist ein anderes Thema, schließlich will ich ja über meine WM berichten.

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Unser Team bestand aus zwei Startern für die Disziplin Lead und weiteren zwei Startern für die Disziplin Overall. Der Wettkampf an sich war zeitmäßig ein wenig in die Länge gezogen worden, dass bedeutete nach der Qualifikation der Overallstarter im Speed zwei Tage Pause für mich bis zu meiner Qulaifikation und darauffolgend weitere zwei Tage Pause bis zum Halbfinale. Da ich Anfang diesen Jahres ein wenig mit der Trainingsumstellung zu kämpfen hatte (Fachabi, mehr Zeit, mehr Training), stellte die WM in Gijon für mich ein absolutes Testpiece dar. Nun ist es ja so, dass bei so einer WM alle möglichen Kletterer aus ihren Löchern gekrochen kommen, also auch Athleten, von denen man vorher noch nie etwas geahnt hat, aber absolut fit antreten.

Als ich die Wettkampfwand in Gijon das erste mal besichtigte traf mich fast der Schlag. Knappe acht Exen nur erstreckte sich die Wettkampfwand, wofür das ganze Ausdauergespule schoss es mir durch den Kopf. Natürlich hatte ich keine 35 Meter Wand erwartet aber dennoch ein wenig mehr Kletterfläche um genügend Laktatmassaker zu provozieren. Doch die Qualitouren beruhigten mich nach weiterem Betrachten. Der eigentliche Chef-Routenschrauben Patxi Usobiaga, eine absolute Wettkampflegende hatte sich da mächtig ins Zeug gelegt möglichst vielseitige Qualitouren abzuliefern.

Da ich als 7ter Starter in der ersten Quali-Tour antreten musste, hatte ich nicht viel Zeit um mich verrückt zu machen und legte einen sauberen Go an die Wand. Meine Ausgangsposition sah zu diesem Zeitpunkt relativ gut aus also setzte ich in der zweiten Tour alles daran diese nicht zu verschlechtern. Gesagt getan, ich sah mich schon as 18ter oder ähnlich ins Halbfinale einziehen, musste aber nach kurzer Zeit einsehen, dass die Platzierungen immer näher zusammenrutschten und ich letztendlich als 26ter ins Halbfinale einzog.  10696229_968396029852702_992439782298419631_n

Jetzt standen ersteinmal zwei Tage Pause auf dem Plan, was sich natürlich an einem sonnigen Sandstrand mit Surfgelegenheit nicht allzu schwer einrichten lässt. Doch man sei gewarnt, denn allzuviel Sonnengenuß lässt den Tonus schön runterfahren und macht einen eher zu locker als wie benötigt leichte Spannung im Muskel zu waren.

Da ich als erster Starter in das Halbfinale der WM einziehen durfte, setzte ich alles daran volles Risiko zu gehen. Platzierungen kann man ja in dem Fall nicht verlieren, höchstens einen drauf setzten und schön von unten die Ergebnisleiter hochklettern. Diesen Plan in die Tat umzusetzen gelang mir die ersten Meter meiner Halbfinaltour erst sehr gut, aber nachdem mir an einem etwas schwierigen Zug die Füße kamen, ging bei mir der Alarm los. Anstatt Ruhe zu bewahren und die darauffolgende Kletterstelle technisch einwandfrei zu lösen hatte ich nur noch den nächsten “Schüttler” im Kopf und hing daraufhin auch schon im Seil. Schade, da hätte definitiv noch viel mehr gehen können, aber für mein erstes WM – Halbfinale eigentlich meiner ersten Senioren – WM überhaupt kann ich mich mit einem daraus resultierenden 23 Platz nicht beklagen. 10441345_968397009852604_9152911114919458995_n

Das Rennen machte im späteren Finale der Tscheche Adam Ondra in einem spannenden Rennen zwischen dem Spanier Ramón Julián. An dieser Stelle muss gesagt werden, es ist verdammt schwer in Stadium voller Spanier nicht für Ramon zu sein.