Lead – Weltmeisterschaft Gijon 2014

Nun sind schon einige Tage vergangen und ich habe die Ereignisse der Weltmeisterschaft soweit verarbeitet, um darüber schreiben zu können.

Wer annimmt Gijon liegt in Japan oder am Mittelmeer im Süden Spaniens liegt falsch. Gijon stellt das Wirtschaftszentrum der Region Asturias dar und liegt an der Nordküste Spaniens und warscheinlich näher an Protugal als an Frankreich. Ein klein wenig berühmt wurde diese Stadt mit dem Nichtangriffspakt im Jahre 1982 bei der Fussballweltmeisterschaft aber das ist ein anderes Thema, schließlich will ich ja über meine WM berichten.

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Unser Team bestand aus zwei Startern für die Disziplin Lead und weiteren zwei Startern für die Disziplin Overall. Der Wettkampf an sich war zeitmäßig ein wenig in die Länge gezogen worden, dass bedeutete nach der Qualifikation der Overallstarter im Speed zwei Tage Pause für mich bis zu meiner Qulaifikation und darauffolgend weitere zwei Tage Pause bis zum Halbfinale. Da ich Anfang diesen Jahres ein wenig mit der Trainingsumstellung zu kämpfen hatte (Fachabi, mehr Zeit, mehr Training), stellte die WM in Gijon für mich ein absolutes Testpiece dar. Nun ist es ja so, dass bei so einer WM alle möglichen Kletterer aus ihren Löchern gekrochen kommen, also auch Athleten, von denen man vorher noch nie etwas geahnt hat, aber absolut fit antreten.

Als ich die Wettkampfwand in Gijon das erste mal besichtigte traf mich fast der Schlag. Knappe acht Exen nur erstreckte sich die Wettkampfwand, wofür das ganze Ausdauergespule schoss es mir durch den Kopf. Natürlich hatte ich keine 35 Meter Wand erwartet aber dennoch ein wenig mehr Kletterfläche um genügend Laktatmassaker zu provozieren. Doch die Qualitouren beruhigten mich nach weiterem Betrachten. Der eigentliche Chef-Routenschrauben Patxi Usobiaga, eine absolute Wettkampflegende hatte sich da mächtig ins Zeug gelegt möglichst vielseitige Qualitouren abzuliefern.

Da ich als 7ter Starter in der ersten Quali-Tour antreten musste, hatte ich nicht viel Zeit um mich verrückt zu machen und legte einen sauberen Go an die Wand. Meine Ausgangsposition sah zu diesem Zeitpunkt relativ gut aus also setzte ich in der zweiten Tour alles daran diese nicht zu verschlechtern. Gesagt getan, ich sah mich schon as 18ter oder ähnlich ins Halbfinale einziehen, musste aber nach kurzer Zeit einsehen, dass die Platzierungen immer näher zusammenrutschten und ich letztendlich als 26ter ins Halbfinale einzog.  10696229_968396029852702_992439782298419631_n

Jetzt standen ersteinmal zwei Tage Pause auf dem Plan, was sich natürlich an einem sonnigen Sandstrand mit Surfgelegenheit nicht allzu schwer einrichten lässt. Doch man sei gewarnt, denn allzuviel Sonnengenuß lässt den Tonus schön runterfahren und macht einen eher zu locker als wie benötigt leichte Spannung im Muskel zu waren.

Da ich als erster Starter in das Halbfinale der WM einziehen durfte, setzte ich alles daran volles Risiko zu gehen. Platzierungen kann man ja in dem Fall nicht verlieren, höchstens einen drauf setzten und schön von unten die Ergebnisleiter hochklettern. Diesen Plan in die Tat umzusetzen gelang mir die ersten Meter meiner Halbfinaltour erst sehr gut, aber nachdem mir an einem etwas schwierigen Zug die Füße kamen, ging bei mir der Alarm los. Anstatt Ruhe zu bewahren und die darauffolgende Kletterstelle technisch einwandfrei zu lösen hatte ich nur noch den nächsten “Schüttler” im Kopf und hing daraufhin auch schon im Seil. Schade, da hätte definitiv noch viel mehr gehen können, aber für mein erstes WM – Halbfinale eigentlich meiner ersten Senioren – WM überhaupt kann ich mich mit einem daraus resultierenden 23 Platz nicht beklagen. 10441345_968397009852604_9152911114919458995_n

Das Rennen machte im späteren Finale der Tscheche Adam Ondra in einem spannenden Rennen zwischen dem Spanier Ramón Julián. An dieser Stelle muss gesagt werden, es ist verdammt schwer in Stadium voller Spanier nicht für Ramon zu sein.

 

 

 

 

 

 

Start in die neue Saison

Lange ist es her, der letzte Post. Nun inzwischen ist schon einiges passiert… letzte Woche fand ein Stützpunkttraining in Stuttgart statt, indem klar die Schwachstellen aber auch Stärken aufgezeigt wurden. Demnach wird nun in den folgenden Wochen die Trainingsplanung gerichtet…. ein paar kleine Eindrücke meines neuen Trainingspartners…den Ringen!

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